Worum es hier geht

Die meisten DTC-Brands stecken bei Produktbildern fest zwischen zwei schlechten Optionen: ein teures Fotoshooting, das Wochen dauert — oder ein KI-Tool, das auf Knopfdruck generische Bilder ausspuckt, die nach KI aussehen. Mein Weg liegt dazwischen: die Geschwindigkeit von KI, aber mit der Kontrolle und Konsistenz eines Designers.

Was dieses System macht

Aus wenigen iPhone-Fotos eines Produkts erzeuge ich eine komplette Galerie für die Produktseite — Hero-Shot, Detailaufnahmen, Lifestyle-Szenen und Feature-Tiles. Alles in einem konsistenten visuellen System, fertig zum Hochladen in Shopify oder die jeweilige Plattform.

Konkret heißt das:

  • Input: 3–6 iPhone-Fotos des Produkts plus ein kurzes Briefing zu Marke und Stil.
  • Output: eine vollständige PDP-Galerie in Studioqualität, konsistent über alle Bilder.
  • Tempo: wenige Werktage statt Wochen — ohne Set, Location oder Logistik.
Von iPhone-Fotos zur kompletten AI-Galerie für eine Produktseite
Das System: von iPhone-Fotos über Prompts zur fertigen AI-Galerie
Klassisches Fotoshooting Dieser Workflow
Studio buchen, Set bauen, Termin koordinieren iPhone-Fotos am Schreibtisch aufnehmen
Fixe Anzahl Shots, Nachbesserung teuer Beliebig viele Varianten, jederzeit anpassbar
Lifestyle-Szenen = neue Location, neues Budget Jede Szene per Prompt, ohne Mehraufwand vor Ort
Wochen bis zur fertigen Galerie Wenige Werktage

Drei Werkzeuge, drei klare Rollen

Das Geheimnis ist nicht ein einzelnes Tool, sondern die Arbeitsteilung. Jedes Werkzeug macht genau das, worin es am besten ist:

Werkzeug Rolle
Claude Icon Claude Denkt. Recherchiert Produkt, Zielgruppe & Wettbewerb, plant die Galerie und schreibt für jede Szene den Prompt.
Figma Icon Figma Organisiert. Steuerzentrale für Referenzbilder, Varianten und das finale Galerie-Layout.
ChatGPT Icon ChatGPT Images 2.0 Generiert. Erzeugt aus Referenzfoto + Prompt jede einzelne Galerie-Szene.

Die meisten springen direkt zum Generieren und überspringen das Denken und Planen davor. Genau deshalb sehen ihre Ergebnisse nach KI aus.

So läuft der Prozess ab

Fünf Schritte. Der wichtigste Teil passiert nicht beim Generieren, sondern davor und danach — bei Recherche und Planung mit Claude und beim Feinschliff am Ende. Genau das überspringen die meisten.

1
Input & Recherche

iPhone-Fotos, Briefing & Recherche mit Claude

Ich starte mit ein paar ehrlichen Fotos des echten Produkts — mit dem iPhone, bei Tageslicht, aus verschiedenen Winkeln. Sie müssen nicht schön sein. Sie müssen nur klar sein: Form, Material, Proportionen, Beschriftung. Diese Fotos sind der visuelle Anker, an dem sich später jede Generierung orientiert.

Parallel lasse ich Claude das Produkt recherchieren: Was ist es genau, wer kauft es, wie positioniert sich der Wettbewerb, welche Einwände hat die Zielgruppe? Aus dieser Recherche entsteht die eigentliche Grundlage der Galerie — nämlich die Frage, welche Geschichte die Bilder erzählen müssen, damit jemand kauft. Ein hübsches Bild ohne diese Antwort ist nur Dekoration.

So briefe ich Claude für die Recherche „Hier ist ein DTC-Produkt: [Produkt + Marke + Link/Beschreibung]. Recherchiere Zielgruppe, typische Kaufeinwände und wie ähnliche Marken ihre Produktbilder aufbauen. Was muss eine Produktgalerie zeigen, damit diese Zielgruppe kauft?“
Was gute Referenzfotos ausmacht

Produkt scharf & formatfüllend · gleichmäßiges Licht ohne harte Schatten · mehrere Winkel (Front, Seite, Detail) · echte Farben, nicht überbelichtet

iPhone-Ausgangsfotos des Produkts aus verschiedenen Winkeln
Der Ausgangspunkt: rohe iPhone-Fotos des Produkts.
2
Planung & Setup

Galerie planen mit Claude & Setup in Figma

Aus der Recherche lasse ich Claude einen konkreten Galerie-Plan ableiten: welche Szenen die Galerie braucht, in welcher Reihenfolge und mit welchem Zweck. Nicht „mach ein paar schöne Bilder“, sondern eine durchdachte Abfolge — Hero, Detail, Lifestyle, Feature-Tiles, Größenverhältnis — bei der jedes Bild eine konkrete Kundenfrage beantwortet.

So lasse ich Claude die Galerie planen „Auf Basis der Recherche: Plane eine Produktgalerie für die PDP. Liste jede Szene mit Bildtyp, Zweck (welche Kundenfrage sie beantwortet), Bildausschnitt und Stimmung. Sortiere sie in der Reihenfolge, in der ein Käufer sie sehen sollte.“

Diesen Plan baue ich dann in Figma als Steuerzentrale auf. Auf einem Canvas liegen nebeneinander: die iPhone-Fotos, Referenzbilder für den gewünschten Look (Lichtstimmung, Hintergründe, Bildsprache) und das Galerie-Layout mit einem Platzhalter pro geplanter Szene.

Warum Figma und nicht direkt drauflos generieren? Weil eine Galerie ein System ist, kein Stapel Einzelbilder. In Figma sehe ich auf einen Blick, ob Hero, Detail und Lifestyle zusammenpassen — gleiche Lichtsprache, gleicher Stil, gleiche Stimmung. Diese Übersicht ist der Unterschied zwischen einer Galerie, die wie aus einer Hand wirkt, und einem Sammelsurium aus Tool-Outputs.

Figma-Canvas mit iPhone-Fotos, Referenzbildern und Galerie-Layout
Figma als Steuerzentrale: Referenzen, Moodboard und Galerie-Struktur auf einem Board.
3
Prompts & Generierung

Prompts mit Claude & Generierung mit ChatGPT Images 2.0

Für jede Szene aus dem Galerie-Plan lasse ich Claude den passenden Bild-Prompt schreiben. Das ist effizienter und präziser, als jeden Prompt von Hand zu tippen — und vor allem konsistent: Claude kennt aus der Recherche und dem Plan den roten Faden und hält Licht, Stil und Stimmung über alle Szenen hinweg gleich.

So lasse ich Claude die Bild-Prompts schreiben „Schreibe für jede Szene aus dem Galerie-Plan einen Bild-Prompt für ChatGPT Images 2.0. Binde das Produkt an die angehängten Referenzfotos (Form, Farbe, Beschriftung unverändert). Halte Lichtsprache und Stil über alle Prompts konsistent und gib pro Szene das Format an.“

Diese Prompts gebe ich dann zusammen mit den iPhone-Fotos als Referenzbilder an ChatGPT Images 2.0. Der Trick dahinter: Das Foto liefert das Produkt (Form, Material, Proportionen), der von Claude geschriebene Prompt liefert den Kontext (Licht, Umgebung, Stimmung, Kamerawinkel). So sieht ein fertiger Prompt für einen Hero-Shot aus:

Prompt — Hero-Shot (von Claude) „Nutze das beigefügte Produkt exakt wie auf den Referenzfotos — gleiche Form, gleiche Farbe, gleiche Beschriftung. Studio-Produktaufnahme auf einem ruhigen, sandfarbenen Hintergrund, weiches Tageslicht von links, sanfter Schlagschatten, leicht erhöhter Blickwinkel. Premium, minimalistisch, hohe Schärfe. Quadratformat.“ → Referenzfotos angehängt.

Für Lifestyle-Szenen ändere ich nur den Kontext-Teil — der Produktanker bleibt identisch. So bleibt das Produkt über alle Bilder hinweg dasselbe, während sich die Umgebung ändert:

Prompt — Lifestyle (von Claude) „Gleiches Produkt wie in den Referenzfotos, unverändert. Platziere es natürlich auf einer hellen Steinoberfläche in einer modernen Küche, morgendliches Licht, im Hintergrund unscharf eine Pflanze und eine Kaffeetasse. Warme, einladende Stimmung, redaktioneller Look. Hochformat 4:5.“ → Referenzfotos angehängt.

Das Ergebnis aus diesem Schritt ist noch nicht final. Es ist ein sehr guter Rohling — oft 70–90 % fertig. Ich generiere pro Szene mehrere Varianten und ziehe die besten zurück nach Figma.

Was in Prompts funktioniert

Produkt explizit an die Referenz binden · Licht & Kamerawinkel konkret beschreiben · Stil & Stimmung benennen · Format vorgeben · pro Szene mehrere Varianten ziehen

Was nicht funktioniert

Ohne Referenzanker generieren und hoffen, dass die KI das Produkt „errät“ · zehn Anforderungen in einen Satz packen · feine Beschriftungen oder Logos perfekt erwarten · die erste Generierung ungeprüft übernehmen

Vorher: iPhone-Foto als Referenz
Vorher — iPhone-Foto als Referenz
Nachher: Generierte Szene aus ChatGPT Images 2.0
Nachher — Generierte Szene
4
Komposition

Auswahl & Aufbau der Galerie in Figma

Zurück in Figma setze ich die besten Generierungen in das Galerie-Layout ein. Hier entscheidet sich, ob die Galerie funktioniert: Ich prüfe die Reihenfolge (welches Bild beantwortet welche Kundenfrage?), die Konsistenz über alle Szenen und ob jede Aufnahme einen eigenen Zweck hat — kein „füllt die Galerie“-Bild.

Bildtyp Welche Frage es beantwortet
Hero-ShotWas ist das — und wirkt die Marke hochwertig?
Detail-AufnahmenMaterial, Verarbeitung, Qualität im Close-up
Lifestyle / AnwendungWie sieht das in meinem Leben aus?
Feature-TilesWelche konkreten Vorteile hat es?
GrößenverhältnisWie groß ist es wirklich?
Galerie-Board in Figma mit allen finalen Szenen in der richtigen Reihenfolge
Die Galerie als System: jede Szene mit eigenem Zweck, konsistent im Look.
5
Feinschliff

Korrekturen & Export

Der letzte Schritt macht aus „gut generiert“ ein „sieht aus wie ein echtes Shooting“. KI-Bilder haben fast immer kleine Fehler: eine Kante, die nicht stimmt, ein falsch gerendertes Detail, eine Beschriftung, die nicht exakt sitzt. Diese Stellen korrigiere ich gezielt — entweder durch erneutes, eng geführtes Generieren der betroffenen Region oder per Retusche. Danach exportiere ich alle Formate, die die Produktseite braucht.

Dieser Feinschliff ist nicht schnell. Aber er ist der Grund, warum das Endergebnis professionell wirkt — und nicht wie der KI-Dump, den deine Konkurrenz hochlädt.

SEO-optimierte Dateinamen mit Claude

Bevor du die Bilder exportierst, sollte jede Datei einen suchmaschinenoptimierten Namen bekommen. Statt IMG_4823.avif oder hero-final-v3.avif willst du Namen, die das Produkt, den Bildtyp und relevante Keywords enthalten. Claude kann dir das in Sekunden abnehmen:

Prompt — SEO-Dateinamen generieren „Hier sind die finalen Galeriebilder für [Produkt + Marke]. Generiere für jedes Bild einen SEO-optimierten Dateinamen. Regeln: Kleinbuchstaben, Wörter mit Bindestrich getrennt, Produktname + Bildtyp + relevantes Keyword, keine Sonderzeichen, max. 60 Zeichen. Format: [produktname]-[bildtyp]-[keyword].avif"

Export als .avif für maximale Page Speed

Exportiere die fertigen Bilder als .avif statt .png oder .jpg. AVIF liefert bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien — das reduziert Ladezeiten und verbessert deine Core Web Vitals direkt. In Figma gibt es dafür das Plugin „AVIF Exporter", mit dem du direkt vom Canvas ins richtige Format exportierst.

Das Ergebnis

Was am Anfang ein paar iPhone-Fotos waren, ist am Ende eine vollständige, verkaufende Galerie. Gleiches Produkt, gleiche Bildsprache, jede Szene mit eigener Aufgabe.

Die fertige PDP-Galerie — alle finalen Bilder im Überblick
Von iPhone-Fotos zur fertigen Produktgalerie.

Warum dieser Weg funktioniert

Der Vorsprung liegt nicht im Tool. ChatGPT Images 2.0 kann jeder öffnen. Der Unterschied sind die vier Dinge, die die meisten weglassen:

  • Die Recherche & Planung. Claude klärt vorab, welche Geschichte die Galerie erzählen muss — jedes Bild ist strategisch begründet, nicht nur dekorativ.
  • Der Referenzanker. Das echte Produkt steuert jede Generierung — die KI rät nicht, sie arbeitet mit deinem Produkt.
  • Die Konsistenz. Claude hält die Prompts auf Linie, Figma als Steuerzentrale sorgt dafür, dass die Galerie als System funktioniert, nicht als Bildersammlung.
  • Der Feinschliff. Die letzten 10–20 % entscheiden, ob es nach Studio oder nach KI aussieht.

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Workflow

  • Claude ist der denkende Teil des Prozesses. Ich nutze es, um das Produkt, die Zielgruppe und den Wettbewerb zu recherchieren, daraus einen konkreten Galerie-Plan abzuleiten (welche Szenen in welcher Reihenfolge) und für jede einzelne Szene den passenden Bild-Prompt zu schreiben. So ist jedes Bild strategisch begründet, statt nur hübsch.
  • Ja. Ich brauche keine Studio-Aufnahmen, sondern ehrliche Referenzfotos: das Produkt scharf, gut ausgeleuchtet, aus mehreren Winkeln. Die dienen der KI als visueller Anker, damit Form, Material und Proportionen stimmen. Die Studioqualität entsteht danach im Prozess.
  • Figma ist meine Steuerzentrale. Referenzbilder, Prompts, Varianten und das fertige Galerie-Layout liegen auf einem Canvas nebeneinander. So sehe ich sofort, ob die Galerie als System konsistent ist — und nicht nur Bild für Bild. Claude plant und textet, ChatGPT Images 2.0 generiert, Figma hält Übersicht und Komposition.
  • Über konsequente Referenzbilder und wiederverwendete Prompt-Bausteine: gleiche Lichtsprache, gleicher Look, gleiche Bildstimmung. Jede neue Szene baut auf dem etablierten Anker auf, statt bei null anzufangen. Konsistenz ist der eigentliche Job — nicht das einzelne hübsche Bild.
  • Für eine vollständige PDP-Galerie mit Hero, Details, Lifestyle und Feature-Tiles: meist innerhalb weniger Werktage statt der Wochen, die ein Fotoshooting mit Planung, Set und Postproduktion braucht.
  • Nur wenn man den Prozess abkürzt. Der Unterschied zwischen einem KI-Dump und einer verkaufenden Galerie liegt im Referenzanker, in der Konsistenz und im Feinschliff. Genau diese Schritte machen die meisten nicht — und genau die entscheiden, ob das Ergebnis professionell wirkt.